Odoo umfasst mehr als hundert Apps. Diese Breite ist der Grund, warum viele Unternehmen sich dafür entscheiden, und der Grund, warum Einführungen aus dem Ruder laufen. Wer alles gleichzeitig aktiviert, überfordert das Team und verliert den Überblick über die Datenqualität.
Entlang der Wertschöpfung planen, nicht nach Abteilungen
Die naheliegende Reihenfolge ist die falsche: Modul für Modul pro Abteilung einzuführen erzeugt genau die Inseln, die man loswerden wollte.
Sinnvoll ist der Weg entlang Ihres Hauptprozesses. In einem Handelsunternehmen ist das die Kette von Anfrage über Angebot und Auftrag bis Lager und Rechnung. In der Fertigung kommen Stückliste, Arbeitsplan und Produktionsauftrag dazu.
Eine erste Stufe, die für sich funktioniert
Die erste Stufe muss allein arbeitsfähig sein. Sie umfasst typischerweise drei bis fünf Apps.
- CRM und Verkauf, damit Anfragen und Angebote an einem Ort liegen.
- Lager oder Projekte, je nachdem, ob Sie Waren oder Leistungen liefern.
- Rechnungsstellung mit Anbindung an die Buchhaltung.
- Erst danach Einkauf, Fertigung, Personal oder Service.
Stammdaten entscheiden über die Qualität
Der Aufwand liegt nicht in der Konfiguration, sondern in den Daten. Artikelnummern, Einheiten, Kunden, Preislisten und Konten müssen einmal saubergezogen werden, sonst vererbt sich jede Unsauberkeit in alle späteren Module.
Wir planen dafür in jedem Projekt eine eigene Phase ein, bevor das erste Modul produktiv geht.
Erweitern, wenn die Stufe läuft
Eine Erweiterung ist sinnvoll, wenn die vorige Stufe im Alltag getragen wird, die Daten stimmen und das Team die Oberfläche kennt. In der Praxis sind das zwei bis vier Monate je Stufe.
Dieser Weg ist auf dem Papier langsamer als ein Gesamtrollout und im Ergebnis schneller, weil keine Stufe zurückgenommen werden muss.